
Goldpreis in USD je Feinunze (Donnerstag, 01. Oktober 2026):
Eröffnungskurs 4.160,46 US-Dollar
Schlusskurs: 4.178,86 US-Dollar
Die Hoffnung währte kurz: Nach den niedriger als erwarteten US-Inflationsdaten sprang Gold am Donnerstag in Richtung 4.200 US-Dollar je Feinunze, doch dann wurden die Gewinne wieder abgegeben. Am Freitagsmorgen notierte das Edelmetall leicht erholt bei 4.190 US-Dollar.
Es waren nicht die Inflationsdaten, die für die Gegenbewegung sorgten, sondern die nach wie vor hohen Renditen für US-Staatsanleihen und der anhaltend starke Dollar. Gold, so wirkt es derzeit, wird von der Entkopplung der Erwartungen an die US-Notenbank Fed und dem Anleihemarkt in die Zange genommen. Denn: Während die Fed weitere Zinserhöhungen als weniger dringlich bezeichnet, folgt der Anleihemarkt dieser Bewertung nicht. Auch geopolitisch bleibt es schwierig. Obwohl die US-Iran-Verhandlungen über die Straße von Hormus nicht vom Fleck kommen, der Ölpreis Inflationssorgen schürt, profitiert Gold von dieser Gemengelage als sicherer Hafen kaum – zu stark ist der Gegendruck durch Dollar und Renditen. Robustes Gegengewicht bleibt weiterhin die Nachfrage der Zentralbanken. Sie kauften im zweiten Quartal 2026 netto 288,9 Tonnen Gold, ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Gold-ETFs verzeichnen anhaltende Zuflüsse.
Heute könnte die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für eine vorläufige Richtungsentscheidung sorgen. Der Konsens erwartet einen Stellenaufbau von rund 90.000 Arbeitsplätzen. Fällt der Wert deutlich stärker aus, dürften Fed-Zinserhöhungserwartungen neu aufflackern und Gold unter Druck setzen. Ein schwächeres Ergebnis könnte hingegen eine Erholung auslösen. Bis zur Veröffentlichung am Nachmittag dürfte das wahrscheinlichste Szenario eine volatile Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Niveau bleiben.