Goldpreis in USD je Feinunze (Donnerstag, 27. August 2026):
Eröffnungskurs 4.604,94 US-Dollar
Schlusskurs: 4.601,24 US-Dollar
„Abwarten und Tee trinken“, lautete anscheinend das Motto der Goldanleger am Donnerstag. Nach enttäuschenden Inflationszahlen für die USA und vor der mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh am heutigen Freitagabend hielten sich die Akteure zurück. Zum Handelsschluss war der Goldpreis nahezu unverändert. Im frühen Handel am Freitag stieg allerdings der Druck: Gold gab ein halbes Prozent ab und notierte mit 4.577 Dollar je Feinunze wieder unter der 4.600-Dollar-Marke.
Nachdem US-Finanzminister Scott Bessent Interventionen am Anleihemarkt angekündigt hatte, hatten wachsende Zweifel an der Schuldentragfähigkeit der USA die Anleiherenditen steigen lassen und den Dollar belastet. Auf Wochensicht konnte der Goldpreis so um rund 300 Dollar je Feinunze zulegen und liegt gegenüber dem Monatsbeginn rund 13 Prozent im Plus. Dass der Goldpreis nun etwas konsolidiert, ist da eher gesund.
Für Goldanleger kommt es nun darauf an, was die US-Notenbank plant. Denn einerseits ist die Inflation zu hoch und verlangt eigentlich nach Zinserhöhungen. Da Zinserhöhungen aber mit steigenden Anleiherenditen bei kurzen Laufzeiten einhergehen, steigen auch die Kreditkosten für die mit 40 Billionen Dollar verschuldeten USA. Zudem würden Zinserhöhungen die Konjunktur in einer schwierigen Phase treffen. Der hohe Ölpreis und enttäuschte Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Krieges belasten die Wirtschaft ohne konkrete Aussicht auf Besserung.
Hält Kevin Warsh bei seiner Rede in Jackson Hole an seiner Strategie fest, wenig Ausblick auf die weitere Geldpolitik zu geben, dürfte das dem Goldpreis eher nützen. Die anhaltenden Risiken um US-Dollar, die Inflation, die Zinsen, den Ölpreis, die enormen Staatsschulden der USA der sowie die geopolitischen Spannungen und Zollstreitigkeiten halten den Goldpreis hoch. Ohne eine deutliche Minderung dieser Risiken dürfte Gold als Risikoschutz und Krisenwährung weiter gefragt bleiben. Die aktuelle Konsolidierung könnte daher die Basis für die nächste Rally bilden.