Goldpreis in USD je Feinunze (Montag, 24. August 2026):
Eröffnungskurs 4.609,89 US-Dollar
Schlusskurs: 4.651,88 US-Dollar

Nach einem furiosen Rennen im August mit einem Preisanstieg um rund 15 Prozent fährt Gold zunächst in die Boxengasse. Gestern konnte das Edelmetall im Tagesverlauf erneut um fast ein Prozent zulegen, gab über Nacht die Gewinne jedoch wieder weitgehend ab und notiert am Dienstagmorgen nahezu unverändert. 

Aktuell beschäftigen die Anleger weniger der Ölpreis und die damit einhergehenden Inflationsimpulse oder die Befürchtung steigender Zinsen, sondern vielmehr die US-Staatsverschuldung, die Eingriffe der US-Regierung am Anleihemarkt und die zunehmende Schwäche des US-Dollar. Mit Gesamtschulden der USA in Höhe von 40 Billionen US-Dollar und angesichts gestiegener Zinsen und Anleiherenditen wachsen auch die Zweifel an der Werthaltigkeit des US-Dollar. Die immer höheren Kreditkosten der Vereinigten Staaten dürften Haushaltsverhandlungen und den Handlungsspielraum der Trump-Administration zunehmend einschränken und die Wirtschaft belasten. Anleger schichten deshalb vermehrt von US-Staatsanleihen in den sicheren Hafen Gold um.

Dass Gold eine kurze Verschnaufpause einlegt, ist vor dem Hintergrund bevorstehender Inflationszahlen und dem jährlichen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole wenig überraschend. Anleger hoffen auf Signale von US-Notenbankpräsident Kevin Warsh, die idealerweise eine Abkehr von einer Leitzinserhöhung im September sowie die Unabhängigkeit der Notenbank von der Trump-Regierung unterstreichen. Skepsis herrscht jedoch gegenüber dem Anleihekaufprogramm von US-Finanzminister Scott Bessent. Die angekündigten verdoppelten Ankaufvolumina haben bei den Anleiherenditen bislang keinen signifikanten Effekt, den Außenwert des US-Dollar jedoch weiter gedrückt. Bis die neuen Impulse greifen, dürfte sich der Goldpreis unter Schwankungen noch etwas seitwärts bewegen. Gold steht jedoch weiter auf der Pole Position und wartet nur darauf, dass die Ampeln für das Edelmetall wieder auf Grün schalten.