Goldpreis in USD je Feinunze (Dienstag, 13. Oktober 2026):
Eröffnungskurs 4.174,67 US-Dollar
Schlusskurs: 4.157,95 US-Dollar
Gold gleicht aktuell einem aufgescheuchten Huhn, das nervös umherrennt. Im frühen US-Handel stützten gestern ein schwächerer Dollar, leicht sinkende Renditen und fallende Ölpreise Gold und hievten das Edelmetall in der Spitze bis auf 4.200 US-Dollar je Feinunze. Doch im weiteren Tagesverlauf sackte Gold wieder deutlich ab und am frühen Mittwochmorgen notierte das glänzende Metall minimal im Plus bei 4.158 US-Dollar.
Der Grund für die Unruhe ist leicht auszumachen – die US-Inflationsdaten, die heute veröffentlicht werden. Die Märkte erwarten einen Anstieg der Gesamtinflation von 3,4 auf 3,6 Prozent. Fällt die Kernrate im Monatsvergleich um 0,4 Prozent statt der erwarteten 0,2 Prozent höher aus, könnte eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed bereits auf der Sitzung am 27. und 28. Oktober ein Thema werden. Derzeit rechnen allerdings nur 23 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung. Bei der Kerninflation wird eine Rate von 2,5 Prozent (zuvor 2,4 Prozent) erwartet. Fällt vor allem die Kernrate höher aus, könnte Gold weiter sinken. Erschwerend kommt hinzu, dass es keinen Durchbruch zwischen den USA und dem Iran zur Straße von Hormus gibt. Anlass zur Sorge gibt auch der eskalierende Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Milizen. Die dadurch anhaltend hohen Energiepreise nähren Inflationssorgen und damit die Erwartungen von Zinserhöhungen. Das belastet Gold, obwohl es sonst als sicherer Hafen gilt. Stützend wirkt dagegen die Gold-Nachfrage. Das World Gold Council meldet für das dritte Quartal Zuflüsse in physisch besicherte Gold-ETFs von 31 Milliarden US-Dollar, im September allein 10 Milliarden US-Dollar. Die ETF-Bestände erreichten mit 4.256 Tonnen einen Rekord. Chinas Goldimporte lagen von Januar bis August bei über 1.100 Tonnen, mehr als im gesamten Vorjahr. Diese Nachfrage stützt Gold, konnte den Preis zuletzt aber nicht drehen.
Die Kombination aus starkem Dollar, erhöhten Renditen und Inflationssorgen dürften das Aufwärtspotenzial zumindest kurzfristig bremsen, während geopolitische Risiken und physische Nachfrage einen Boden zu bilden scheinen.