Goldpreis in USD je Feinunze (Montag, 05. Oktober 2026):
Eröffnungskurs: 4.145,60 US-Dollar
Schlusskurs:  4.139,89 US-Dollar

Gold hat zum Wochenauftakt weiter nachgegeben und notierte am Montag zeitweise bei nur 4.125 US-Dollar je Feinunze, ein Minus von knapp einem halben Prozent. Am Londoner Nachmittag stabilisierte sich der Preis und Gold ging nahezu unverändert aus dem Handel. Auch am Dienstagmorgen notierte das Edelmetall mit 4.138 US-Dollar je Feinunze auf Vortagsniveau, doch die Grundstimmung bleibt gedrückt.

Eine Kombination von Faktoren setzt dem Goldpreis derzeit zu. Zwar haben die schwachen US-Arbeitsmarktzahlen vom Freitag die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im Oktober schwinden lassen. Allerdings belasten weiter der hohe Ölpreis, ein starker Dollar und die höchsten Anleiherenditen seit Jahrzehnten, insbesondere bei langen Laufzeiten. Brent-Öl notiert weiterhin über 100 US-Dollar, die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen verharren bei rund 5,27 Prozent und der Dollar zeigt vor allem gegenüber dem Euro Stärke. Weiterhin sind die hartnäckige Inflationserwartung und die damit verbundene Aussicht auf eine Zinserhöhung im Dezember eine Bremse für den Goldpreis.

Neu hinzugekommen ist die Frankreich-Krise als Belastungsfaktor. Der Risikoaufschlag französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen ist auf den höchsten Stand seit der Eurokrise 2012 gestiegen. Paris kann seit Monaten keinen Haushalt verabschieden, der Euro fiel auf ein 17-Monats-Tief. Ein schwächerer Euro verteuert das in Dollar gehandelte Edelmetall für europäische Käufer und dämpft die Nachfrage.

Zentralbanken und langfristige Investoren halten jedoch ihre Positionen, Panikverkäufe bleiben bislang aus. Entscheidend dürfte heute Abend das Fed-Protokoll der September-Sitzung werden, von dem sich Marktakteure konkretere Signale zum Zinskurs der Fed erhoffen. Der Ton der Diskussion zwischen den Notenbankern dürfte bestimmen, wohin Gold kurzfristig läuft. Neue Futter erhalten die Inflationserwartungen nächste Woche, dann erscheint der US-Verbraucherpreisindex am 14. und der Erzeugerpreisindex am 15. Oktober. Lassen die Inflationssignale nach, könnte das Gold neuen Auftrieb geben. Bis dahin dürfte der Goldpreis unter Schwankungen seitwärts tendieren.