Goldpreis in USD je Feinunze (Donnerstag, 3. September 2026):

Eröffnungskurs 4.390,99 US-Dollar

Schlusskurs: 4.474,07 US-Dollar

Wäre Gold ein Tennis-Profi, hätte es nach fünf umkämpften Sätzen die nächste Runde erreicht. Der Goldpreis hat sich am Donnerstag bis Handelsschluss um rund 1,9 Prozent erholt und beendete den Tag mit 4.474 US-Dollar je Feinunze. Damit endet eine Serie von drei Verlusttagen. Im frühen Freitagshandel notierte das Edelmetall nahezu unverändert. Auf Wochensicht jedoch hat Gold Stärke und Ausdauer bewiesen. Nach den kräftigen Rückschlägen im Anschluss an die Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh in Jackson Hole hat sich das Edelmetall zurückgekämpft und schließt die Woche mit einem leichten Plus um 0,3 Prozent ab. Spiel, Satz und Sieg für Gold.

Ausgelöst hatten den Einbruch Andeutungen von Warsh am vergangenen Freitag, dass die Notenbank Fed die wieder gestiegene Inflation mit baldigen Zinserhöhungen einhegen könnte. Seine Signale trieben die Markterwartungen steigender Zinsen auf zeitweise 70 Prozent und ließen US-Anleiherenditen auf ein Drei-Jahres-Hochs steigen. Ein stärkerer Dollar belastete Gold zusätzlich.

Goldpreis und Anleiherenditen nach Warsh-Rede
Goldpreis und Anleiherenditen nach Warsh-Rede


Die Erholung folgte, als der monatliche Arbeitsmarktbericht mit lediglich 38.000 neuen Stellen im August enttäuschte, der schwächste Wert seit Januar. Fed-Gouverneur Christopher Waller signalisierte daraufhin, bei nachlassender Inflation keine Zinserhöhung zu unterstützen. Stützend wirken zudem Rekordkäufe der Zentralbanken: Laut World Gold Council kauften sie im zweiten Quartal netto 289 Tonnen Gold. Zugleich gab es im Wochenverlauf eine leichte Entspannung im Iran-Krieg. Nach neuen gegenseitigen Attacken – den ersten seit einem Monat – beruhigte sich die Lage am Donnerstag etwas und der Ölpreis gab nach, was die Inflationserwartungen dämpfte und Gold Auftrieb verlieh.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte am Freitag der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für August auf sich ziehen, der die Zinsdebatte neu entfachen oder entschärfen könnte. Sollten die Arbeitsmarktzahlen enttäuschen, würde die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung am 15. und 16. September abnehmen. Aktuell preisen die Märkte eine Zinserhöhungswahrscheinlichkeit von rund 50 Prozent ein. Bis zur Zinsentscheidung der Fed ist ein schwankender Goldpreis mit leichter Aufwärtstendenz wahrscheinlich.