Goldpreis in USD je Feinunze (Montag, 2. November 2026):
Eröffnungskurs: 3.900,25 US-Dollar
Schlusskurs: 3.946,87 US-Dollar
Gold erlebte am Montag eine kräftige Erholung nach dem schwächsten Oktober seit 2008. Der Preis sprang vom Wochenendtief bei 3.875 US-Dollar pro Feinunze bis zum Handelsschluss auf knapp 3.947 – ein Plus von 1,8 Prozent. Im frühen Dienstaghandel geriet Gold aber erneut unter Druck und notierte bei 3.908 US-Dollar.
Die Erholung am Montag wurde von mehreren Faktoren getrieben: Die Hoffnung auf Entspannung im Iran-Krieg ließ die Ölpreise um rund sieben Prozent sinken, auch die Renditen der US-Staatsanleihen gaben leicht nach. Das gab Gold zunächst Auftrieb. Da jedoch weiterhin eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im Dezember erwartet wird und die nun angelaufenen US-Midterm-Wahlen die Börsenstimmung belasten, geriet das Edelmetall im frühen Dienstagshandel erneut unter Druck.
Die Midterm-Wahlen dürften sich Beobachtern zufolge auf die künftige Haushaltspolitik der US-Regierung auswirken, eine weitere Ausdehnung der Staatsschulden ist nicht ausgeschlossen. Einige Analysten befürchten zudem, dass die zuletzt schon deutlich abgestraften Technologieaktien weiter unter Druck stehen könnten und spekulative Investoren dann gezwungen wären, Gold zu verkaufen, um ihre Liquidität zu erhöhen.
Unterstützung erhält Gold hingegen von den Notenbanken. Laut World Gold Council haben sie im dritten Quartal 321 Tonnen Gold gekauften. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 sind die Zentralbank-Käufe damit 42 Prozent höher ausgefallen. Das vergleichsweise schwache erste Quartal wurde im zweiten und dritten Quartal damit mehr als ausgeglichen, so dass sich die Käufe der Notenbanken bis zum Jahresende wieder auf rund 1.000 Tonnen summieren könnten.
Goldanleger hoffen nun, dass der Goldpreis zügig die 4.000-Dollar-Marke zurückerobert und in einen Aufwärtstrend zurückkehrt. Bleibt der Preis darunter, könnte der Goldpreis jedoch auch unter die nächste Unterstützung bei 3.870 US-Dollar fallen. Wie sich die Midterm-Wahlen letzten Endes auf den Goldpreis auswirken, bleibt abzuwarten. Das wahrscheinlichste Szenario bleibt daher eine volatile Seitwärtsbewegung, bis die Signale zur künftigen Geldpolitik der US-Notenbank deutlicher werden.