Goldpreis in USD je Feinunze (Montag, 14. September 2026):

Eröffnungskurs 4.348,36 US-Dollar

Schlusskurs: 4.298,80 US-Dollar

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste – und in der aktuellen Lage auch der Goldanleger. Am Montag gab das Edelmetall im Tagesverlauf um rund 1,1 Prozent nach und schloss bei 4.298 US-Dollar je Feinunze. Damit notiert Gold wieder deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Für Charttechniker ist dies ein klares Warnsignal. Vom Allzeithoch bei 5.595 US-Dollar von Ende Januar büßte das Edelmetall mittlerweile mehr als 23 Prozent ein. Im frühen Dienstagshandel gab Gold weiter leicht ab.

Hauptgrund für die Schwäche ist die Fed. Die US-Notenbank tagt heute und morgen, der Zinsentscheid folgt am Mittwochabend. Seit Dezember 2025 steht der Leitzins unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent – doch der Druck auf Fed-Chef Kevin Warsh, die Zinsen zu erhöhen, ist angesichts der Inflationsentwicklung erheblich gewachsen. Erschwerend kommt hinzu: Die 10-jährigen US-Treasury-Renditen haben die psychologisch wichtige Marke von fünf Prozent zeitweise überschritten. Für das zinslose Gold sind steigende Realrenditen strukturell belastend – sie erhöhen die Opportunitätskosten des Haltens von Edelmetallen direkt. Zudem überschritt der Ölpreis in Folge saudischer Pipelineschließungen nach Drohnenangriffen die 100-USD-Marke. Dass Gold trotzdem nicht stärker einbricht, verdankt es trotz der ETF-Abflüsse vor allem der strukturell robusten Nachfrage der Zentralbanken sowie anhaltenden geopolitischen Risiken, nachdem die USA Anfang September Militärschläge gegen den Iran geflogen haben und der Ölpreis bei mehr als 100 US-Dollar je Barrel verharrt.

Aktuell drücken hohe US-Renditen, fester Dollar und eine fast vollständig eingepreiste Fed-Zinserhöhung den Markt. Vor diesem Hintergrund scheint das wahrscheinlichste Szenario für die kommenden 24 Stunden eine volatile Konsolidierung zu sein. Vorsicht bleibt daher das Gebot der Stunde.