Goldpreis in USD je Feinunze (Mittwoch, 16. September 2026):

Eröffnungskurs 4.295,24 US-Dollar

Schlusskurs: 4.263,50 US-Dollar

Nach der Fed-Zinsentscheidung ist vor der Fed-Zinsentscheidung. Die Geldpolitik der US-Notenbank bewegt derzeit den Goldpreis wie kein anderer Einflussfaktor. Nachdem am Mittwochabend Fed-Chef Kevin Warsh nicht nur eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte und bereits eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende in Aussicht stellte, fiel der Goldpreis bis zum frühen asiatischen Handel um rund 0,8 Prozent, obwohl die Zinserhöhung schon im Vorfeld das Edelmetall belastet hatte.

Am Donnerstagmorgen startete Gold jedoch wieder eine kleine Erholungsrally und stieg im frühen Handel um kräftige 1,6 Prozent auf 4.332 Dollar je Feinunze. Die Federal Reserve hatte am Vortag ihren Leitzins gegen den Willen von US-Präsident Donald Trump auf die Zielspanne von 3,75 bis 4,00 Prozent erhöht. Die erste Anhebung seit Juli 2023 war damit auch ein starkes Signal der Unabhängigkeit der US-Notenbank. Kevin Warsh betonte, der Schritt war zur Bekämpfung der zu hohen Inflation notwendig und angesichts eines robusten Arbeitsmarktes auch nötig.

Unterstützt wurde die Erholungstendenz am Donnerstag von einem fallenden Ölpreis und damit auf sinkenden Inflationsdruck. Für Hoffnung sorgte am Ölmarkt, dass Saudi-Arabien eine wichtige beschädigte Ölpipeline schneller wieder in Betrieb nehmen könne als zunächst befürchtet. Angesichts der jüngsten Eskalationen in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus sorgte die Nachricht für Erleichterung. Auch die Anleiherendien für 10-jährige US-Staatsanleihen sanken nach einem ersten Zinserhöhungsschock wieder unter 5 Prozent, was den Goldpreis stützte.

Trotz der Erholung notiert Gold noch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt bei 4.540 Dollar je Feinunze. Damit bleibt der Abwärtsdruck für Gold weiter relevant, die schnelle Erholung ist lediglich ein Hoffnungsschimmer. Für heute ist eine Konsolidierung im Bereich 4.265 bis 4.330 USD das wahrscheinlichste Szenario.