Goldpreis in USD je Feinunze (Dienstag, 15. September 2026):

Eröffnungskurs 4.299,17 US-Dollar

Schlusskurs: 4.294,00 US-Dollar

Der Moment der Wahrheit naht — und Gold bewegt sich südwärts. Am Dienstag gab das Edelmetall erneut nach und schloss bei 4.295 US-Dollar je Feinunze. Damit markierte Gold ein Fünf-Wochen-Tief. Das Tagestief lag bei 4.261 US-Dollar. Am frühen Mittwochmorgen legte das Edelmetall wieder zu und lag zwischenzeitlich bei 4.330 US-Dollar. 

Die Gold-Belastung hat einen Namen: US-Notenbank. Heute Abend um 20:00 Uhr deutscher Zeit verkündet die Fed ihren Zinsentscheid, die Pressekonferenz mit Fed-Chef Kevin Warsh folgt um 20:30 Uhr. Der Markt scheint eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent mit einer Wahrscheinlichkeit von 89 bis 92 Prozent eingepreist zu haben – der Beschluss selbst dürfte daher kaum für Bewegung sorgen. Wichtig ist vor allem, was danach kommt: Die Zinserwartungen der Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) und jede einzelne Aussage von Warsh. Deuten die Notenbanker in ihren Prognosen weitere Zinsschritte in diesem Jahr an, wäre dies für das zinslose Gold ein schmerzhaftes Signal. Und das, wo die Rahmenbedingungen bereits ungünstig scheinen. Die Renditen der zehnjährigen US-Bonds berührten gestern kurz die Fünf-Prozent-Marke. Dadurch steigen die Opportunitätskosten von Gold. Auch der US-Dollar legte erneut zu. Zugleich sorgt der Ölpreis für ein Dilemma: Nach Drohnenangriffen auf Saudi-Arabiens East-West-Pipeline wird Brent-Öl über 100 US-Dollar je Barrel gehandelt. Dies wirkt als Bremse für den sicheren Hafen Gold: Höhere Ölpreise bedeuten mehr Inflation, mehr Inflationsdruck bedeutet mehr Handlungsdruck für die Fed, mehr Zinsdruck bedeutet Gegenwind für Gold. 

Die Richtung des heutigen Goldpreises dürfte Warsh vorgeben, nicht der Markt. Gibt Warsh sich moderat und der Dollar etwas nach – erholt sich Gold. Markiert Warsh den Hardliner, könnte es in die Gegenrichtung gehen.